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Motorräder: Massiver Anstieg bei Reparaturkosten

Jedes Jahr analysiert CarGarantie europaweit ausgelaufene Garantie- und Reparaturkostenversicherungen aus dem Bike-Bereich, um die durchschnittlichen Reparaturkosten zu berechnen. Die aktuelle Schadenanalyse zeigt, dass der allgemeine Kostenanstieg auch vor Motorrädern nicht Halt macht. Im Gegenteil: 2025 verzeichneten die Reparaturkosten für Bikes einen noch nie dagewesenen Sprung auf 624 €.

Bereits in den Vorjahren hatte es deutliche Erhöhungen gegeben. Noch 2021 lagen die Reparaturkosten bei wenig mehr als 450 € und stiegen anschließend von Jahr zu Jahr um rund 35 €. Mit einem Anstieg von 69 € zwischen 2024 und 2025 liegt der Preissprung diesmal jedoch fast doppelt so hoch.

Preiserhöhungen ziehen sich mittlerweile aufgrund von Inflation und der allgemeinen geopolitischen Unsicherheit durch sämtliche Lebensbereiche. Nicht nur sind auch Motorräder mit immer komplexeren und hochwertigeren Komponenten ausgestattet und verlangen zunehmend aufwändige Diagnose- und Reparaturprozesse, auch die Preise für Metall, Kunststoffe und elektronische Bauteile haben sich spürbar erhöht. Fahrzeughalterinnen und Fahrzeughalter reagieren immer sensibler darauf: Im neuen DAT-Report von 2026, der vergleichbare Kosten- und Inflationsmechanismen für den Pkw-Bereich aufzeigt, haben fast 60% der Autobesitzerinnen und Autobesitzer angegeben, ihre Werkstattbesuche aufgrund der hohen Kosten einzuschränken. Es ist zu erwarten, dass der Bike-Bereich von einer ähnlichen Zurückhaltung betroffen sein wird.

Für den Handel bedeutet eine schlechtere Werkstattauslastung unweigerlich auch geringere Erträge. Gravierender ist jedoch die sinkende Kundenzufriedenheit, die mit steigenden Preisen einhergeht: Gerade im Bike-Bereich, der besonders stark von Emotionen und Leidenschaft abhängig ist, können Einbußen beim Kundenvertrauen und der Kundenloyalität schwerwiegende Folgen haben.

Anteil des Motors fallend, elektrische Anlage steigend

Bei Gebrauchtmotorrädern bleibt der Motor mit 29,4 % weiter das kostenintensivste Bauteil, sein Anteil sinkt im Vergleich zum Vorjahr (30,8 %) aber. Wie schon im Vorjahr folgen auf Platz 2 die elektrische Anlage, die ihren Anteil von 23,5 % auf 24,9 % erhöht, und auf Platz drei das Getriebe mit 9,8 % (Vorjahr; 9,0 %).

Bei Neumotorrädern liegt der Motor mit 28,5 % (Vorjahr: 29,7 %) sogar nur auf Platz zwei und wird von der elektrischen Anlage überholt, deren Anteil mit 29,5 % einen massiven Sprung zum Vorjahr (24,8 %) macht. Auch hier folgt auf Platz 3 das Getriebe, in diesem Fall mit 8,6 % (Vorjahr; 11,4 %).

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Elektrische Anlage weiterhin fehleranfällig

Sowohl bei neuen als auch bei gebrauchten Motorrädern ist die elektrische Anlage weiterhin besonders fehleranfällig. In beiden Gruppen liegt sie auf Platz 1 bei der Schadenhäufigkeit, bei Gebrauchtmotorrädern nahezu unverändert mit 28,5 % (Vorjahr: 28,6 %), bei Neumotorrädern mit 28,2 % (Vorjahr: 26,6 %). Auch auf dem zweiten Platz findet sich bei beiden das gleiche Bauteil: der Motor ist bei gebrauchten Bikes für 14,5 % aller Schäden verantwortlich (Vorjahr; 15,1 %), bei neuen Bikes für 14,7 % (Vorjahr: 16,2 %). Auf Platz drei finden sich in beiden Fällen die Kraftstoffanlage, bei gebrauchten Bikes mit 11,8 % (Vorjahr: 10,7 %), bei neuen Motorrädern mit 11,3 %, ein deutlicher Anstieg gegenüber 8,6 % vom Vorjahr, als Kühlsystem und Getriebe noch vor der Kraftstoffanlage lagen.

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Schäden treten etwas später ein

Beim Zeitpunkt des Schadeneintritts zeigt sich eine leichte Tendenz zu späteren Schäden: 2025 traten 69,8 % der Schäden an gebrauchten Bikes während der ersten 5.000 Kilometer auf, im Vorjahr hatte dieser Wert noch bei 70,7 % gelegen. 17,4 % der Schäden werden dementsprechend erst nach über 360 Tagen verzeichnet (Vorjahr: 16,0 %).

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Thomas Geyer, Sales Manager Bike CarGarantie:

„Erst 2023 hatten wir vermeldet, dass die durchschnittlichen Reparaturkosten für Bikes erstmals die 500-Euro-Grenze überschritten haben. Jetzt, nur drei Jahre später, liegen sie bereits deutlich über 600 €. Diese Entwicklung bestätigt die Befürchtungen, dass sich die globale wirtschaftliche Lage und die zahlreichen Krisen auch auf den Bike-Bereich auswirken. Es bleibt abzuwarten, ob der massive Preissprung in diesem Jahr ein Ausreißer war oder ob sich der Anstieg tatsächlich derart beschleunigt. Umso wichtiger ist es für Biker und den Bike-Handel, sich rechtzeitig gegen unerwartete Kosten abzusichern – etwa durch die Produkte von CarGarantie. Biker können sich mit ihnen gegen die weiter anhaltende Inflation absichern, der Handel profitiert durch die verbesserte Kundenbindung und die Förderung des Aftersales-Geschäfts.“

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