Erneuter Anstieg bei Reparaturkosten


Aktuelle Auswertung von CarGarantie zur Schadenverteilung

Die Tendenz zu höheren Reparaturkosten setzt sich fort: Nach einer Phase der relativen Stabilität verzeichnen die durchschnittlichen Reparaturkosten bei Neu- und Gebrauchtwagen auch 2018 wieder einen deutlichen Anstieg. Das zeigt die Auswertung der Versicherungsbestände des Garantie- und Kundenbindungs-Spezialisten CG Car-Garantie Versicherungs-AG.
Für die Untersuchung wurden 767.262 ausgelaufene Gebrauchtwagen-Garantien und 240.956 ausgelaufene Neuwagen-Garantien sämtlicher Marken und Modelle mit einer Laufzeit von 12, 24 und 36 Monaten ausgewertet.
Insgesamt verwaltet CarGarantie in seinem Portfolio über 2 Millionen Garantieverträge und arbeitet mit mehr als 23.000 spezialisierten Fachhändlern in 22 Ländern zusammen.


Gestiegene Kundenansprüche
Die Ansprüche von Fahrzeugkäufern steigen seit Jahren kontinuierlich an. Gleichzeitig sind sie sich ihrer Rechte bezüglich Gewährleistung bewusst und haben entsprechend hohe Erwartungen. Hersteller beantworten diese Ansprüche mit höherer Qualität und immer neuen Funktionen: Moderne Autos werden immer besser und immer vielfältiger.
Die Kehrseite der Medaille zeigt sich bei den Reparaturkosten. Nachdem der durchschnittliche Schadenbedarf jahrelang zwar kontinuierlich, aber moderat anstieg, sind seit zwei Jahren deutliche Sprünge zu beobachten. Bereits 2017 war mit einem Anstieg von 502 auf 514 Euro ein besonders hoher Zuwachs zu verzeichnen. 2018 zeigt sich, dass dies keine Ausnahme war: In diesem Jahr stiegen die durchschnittlichen Reparaturkosten auf 527 Euro.

Motor verantwortlich für die teuersten Schäden
Im Gebrauchtwagen-Bereich zeigt sich der Kostenanteil der einzelnen Bauteile nahezu unverändert: Wie schon im Vorjahr ist auch diesmal der Motor für die meisten Kosten verantwortlich (2017: 24,2 %, 2018: 23,6 %; Abbildung 1), gefolgt von der Kraftstoffanlage inklusive Turbolader und dem Getriebe. Die Kraftstoffanlage verzeichnet dabei einen geringen Anstieg von 0,5 % auf 18,2 %, das Getriebe einen sehr geringen Rückgang auf 11,6 % (2017: 11,7 %).
Bei den Neuwagen zeigt sich eine andere Reihenfolge: War im letzten Jahr noch die Kraftstoffanlage für die meisten Kosten verantwortlich, liegt in diesem Jahr auch hier der Motor auf Platz 1, mit einem Zuwachs von 1 % auf 21,3 % (Abbildung 2). Die Kraftstoffanlage folgt mit 21 % auf Platz 2 (2017: 20,3 %), die elektrische Anlage, die 2017 noch auf Platz 4 lag, folgt 2018 auf Platz 3 (-0,6 % auf 10,7 %).

Motor bei der Schadenhäufigkeit auf Platz 3 und 4
Der Anteil der Schadenhäufigkeit zeigt kaum Veränderungen zum Vorjahr. Obwohl der Motor sowohl bei Gebraucht- als auch bei Neuwagen für die meisten Kosten verantwortlich ist, liegt er bei der Schadenhäufigkeit mit 10,8 % nur auf Platz 3 (Gebrauchtwagen, Abbildung 3) beziehungsweise mit 8,7 % auf Platz 4 (Neuwagen, Abbildung 4). Bei Neuwagen ist wie schon im Vorjahr die Komfortelektrik auf Platz 3 (9,5 %, ein Anstieg von 0,7 %).
Auf Platz 2 folgt bei Gebraucht- und Neuwagen unverändert die elektrische Anlage (Gebrauchtwagen: 17,4 %, Neuwagen: 17,8 %) mit ähnlichen Werten wie im Vorjahr. Ebenfalls wie im Vorjahr liegt die Kraftstoffanlage inklusive Turbolader auf Platz 1 mit einem Anteil von 19,9 % (Gebrauchtwagen) bzw. 21,5 % (Neuwagen). Die Kraftstoffanlage ist bei beiden Fahrzeugarten also für rund ein Fünftel aller Schäden verantwortlich.
 
Schäden treten etwas später ein
Nachdem das letzte Jahr einen Anstieg der frühen Schadeneintritte verzeichnete, hat sich das Bild 2018 geringfügig verändert. Bei Gebrauchtwagen treten noch 30,1 % der Schäden (2017: 33,2 %) innerhalb der ersten 5.000 km nach Haftungsbeginn auf (Abbildung 5). Weiterhin treten mehr als vier Fünftel der Schäden (2018: 83,3 %, 2017: 85,3 %) während der ersten 25.000 km nach Haftungsbeginn auf. Ein ähnlicher, geringfügiger Rückgang lässt sich bei den Neuwagen erkennen: Hier tritt rund ein Viertel der Schäden (2018: 27 %, 2017: 30,3 %) im Laufe der ersten 25.000 km auf.
Auch bei der Verteilung der Schäden nach Tagen zeigen sich Unterschiede zum Vorjahr: Während des ersten Jahres nach Haftungsbeginn müssen 2018 80,9 % der Gebrauchtwagen (2017: 83,3 %) und 46,7 % der Neuwagen (2017: 54,9 %) Garantieleistungen in Anspruch nehmen (Abbildung 6).

Dr. Marcus Söldner, Vorstandsvorsitzender CarGarantie:
„Der Trend der letzten Jahre setzt sich fort: Die immer anspruchsvollere technische Ausstattung von Fahrzeugen führt zu steigenden Kosten bei den Reparaturen. Dies wird besonders in der Schadenhäufigkeit deutlich, wo die elektrische Anlage auch in diesem Jahr den zweiten Platz belegt und zusammen mit der Komfortelektrik für mehr als ein Viertel aller Schäden verantwortlich ist.
Vor diesem Hintergrund sind Garantien eine hervorragende Möglichkeit, damit Kunden sich vor finanziellen Belastungen durch Schäden schützen können. Für Händler und Hersteller wiederum ist es nicht nur eine Absicherung vor Kosten, sondern auch ein Vertrauensbeweis in das eigene Produkt und damit ein deutliches Signal für die Qualität der Fahrzeuge – ein Signal, bei dem CarGarantie als Kundenbindungs- und Garantiespezialist unterstützend zur Seite steht.“